Die Trolde
Name:
Trolde, Heckengnome, Heckentrolle
Gattung:
Wesen/Sonstige Kreaturen
Aussehen:
Böse Zungen behaupten oft, Trolde sähen aus wie überdimensionale Kartoffeln mit Armen und Beinen, und so abwegig ist dieser Vergleich nicht einmal, auch wenn ein Trold ihn nicht gerne hören wird. Die kleinen plumpen Wesen haben einen gedrungenen Körperbau mit einem rundlichen Rumpf, einem breiten Hinterteil und einem gut zehn Sekhel langen Quastenschwanz. Die kurzen, kräftigen Beine enden in großen Füßen mit jeweils drei Zehen, die Arme in Händen mit je vier Fingern. Der Kopf eines Trolds wirkt unproportioniert groß und ist ziemlich unförmig mit einem breiten, lippenlosen Mund, einer knolligen Nase, spitzen Ohren und großen Glubschaugen. Ihre Haut ist dick und ledrig und je nach Lebensraum von brauner, grünlicher oder graubrauner Farbe, dabei besitzen Trolde keinerlei Haarwuchs, weder am Kopf noch am Körper. Sie sind für ihre geringe Größe erstaunlich kräftig und ihre breiten Hände und Füße eignen sich hervorragend zum Graben und Wühlen. Meist bewegen sie sich hüpfend und watschelnd auf zwei Beinen fort, manchmal lassen sie sich aber auch auf alle Viere nieder und hoppeln wie Kaninchen – sehr elegant sieht allerdings keine ihrer Fortbewegungsarten aus. Ihr Sehvermögen ist nicht besonders gut, dafür sind ihr Gehör und ihr Geruchssinn umso ausgeprägter.
Größe:
Trolde werden etwa so groß wie Eichhörnchen, also rund 15 bis 20 Sekhel.
Gewicht:
Die meisten Trolde sind zwar klein, aber ziemlich rundlich und bringen zwischen 500 und 1000 Gran auf die Waage.
Ernährung:
Um es mit einem Wort zu sagen: Trolde sind verfressen. Ihr ganzer Tagesablauf dreht sich – wenn sie nicht gerade schlafen oder mit ihrer Vermehrung beschäftigt sind – um nichts anderes als um die nächste Mahlzeit. Sie nehmen kein Fleisch zu sich, verzehren aber ansonsten ausnahmslos alles, was sie zwischen die Zähne bekommen: Getreide, Brot, Käse, Milch, Eier, süße Beeren und vor allem Gemüsepflanzen. Obwohl sie davon leben könnten, würden sie sich mit gewöhnlichem Gras oder Wurzeln und Blättern nur im äußersten Notfall zufrieden geben und nur, wenn wirklich nichts anderes greifbar ist. Viel lieber aber räubern sie die Gemüsegärten der Zweibeiner leer, wo es so schmackhafte Dinge wie Rüben, würzige Kräuter, Salat und köstliche Beeren gibt. In Gegenden, in denen Trolde gehäuft vorkommen, ist man auch gut beraten, seine Speisekammer sorgfältig abzuschließen und keine Lebensmittel herumstehen zu lassen, denn hungrige Trolde schrecken nicht davor zurück, auch in Häuser einzudringen und sich quer durch die Vorräte zu fressen. Zudem müssen Trolde sich genügend Speck für den Winter zulegen, denn in den kalten Monaten halten sie unter der Erde Ruhe und nehmen in dieser Zeit kaum Nahrung zu sich.
Lebensraum und Lebensweise:
Trolde kommen in den gemäßigten Breiten vor und sind vor allem in der Nähe von Siedlungen zu finden, an Dorfrändern, an Feld- und Ackerrainen, in dichten Hecken am Wegesrand und überall dort, wo Menschen und andere Zweibeiner Obst, Gemüse und Feldfrüchte anbauen. In manchen Gegenden, wie etwa im Osten der Rhaínlande, sind sie so weit verbreitet und so zahlreich, dass sie regelrecht zur Plage werden können. Trolde leben in losen Gruppen zusammen, die meist aus zehn bis 15 einzelnen Wesen bestehen. Sie haben keine festen Reviere, sondern wandern meist umher und ziehen von Dorf zu Dorf; dort, wo sie genügend Nahrung finden, bleiben sie eine Weile und schlagen sich die Wänste voll, bevor sie sich zur nächsten Nahrungsquelle aufmachen. Vermutlich würden sie sogar in festen Revieren leben, da sie ziemlich faul und bequem sind, aber da sie von den meisten Bauern und Gärtnern sofort energisch vertrieben werden, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als ein Nomadendasein zu führen. Trolde haben keine festen Wohnungen, Bauten oder Nester, sondern suchen sich in der Natur ihren Unterschlupf, wo es sich eben gerade anbietet: in dichtem Gebüsch, in Hecken und im Unterholz, in überwachsenen Straßengräben, zwischen Felsen oder in hohem Gras. Aktiv sind sie nur in den warmen Jahreszeiten, in den kalten Monaten dagegen halten sie Winterschlaf oder –ruhe. Sie rollen sich wie Igel unter Laubhaufen zusammen oder graben sich Gänge in die Erde, wo sie es warm und windgeschützt haben und die Winterzeit einfach verschlafen. Mit dem Einzug des Frühjahrs schlüpfen auch die Trolde wieder aus der Erde. Für Nachwuchs sorgen sie fast das ganze Jahr über – und sie vermehren sich so eifrig wie Kaninchen. Troldfrauen sind mit ihren Kindern rund fünf Monate schwanger und haben meistens Zwillingsgeburten. Die kleinen Trolde werden von ihren Müttern gestillt und überall mit hingeschleppt, so lernen sie schon früh, was sie fürs Leben wissen müssen. Ausgewachsen und geschlechtsreif ist ein Trold etwa mit sieben bis acht Zwölfmonden, und so lange bleibt er meist auch bei seiner Familie. Untereinander verständigen sich Trolde mittels verschiedenster Laute, die entfernt an eine primitive Sprache erinnern. Die Sprache der Zweibeiner können sie nicht erlernen, sie sind aber durchaus in der Lage, einzelne Worte nachzuplappern. Zudem besitzen sie eine ausgeprägte Mimik und Gestik, und auch wenn sie nicht wirklich "sprechen" können, so können sie sich doch verständlich machen, wenn es sein muss – ein Trold, der wütend auf ein Zweibeiner einkrakeelt ist nun wirklich nicht misszuverstehen.
Verhalten gegenüber Artgenossen:
Trolde sind im Grunde friedfertige Wesen und zudem sehr gesellig, sie zeigen auch ein recht ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie leben in großen Familienverbänden zusammen, die meist aus einem Elternpaar und dem Nachwuchs aus mehreren Jahren bestehen. Oft schließen sich diese Großfamilien auch zu mehreren zusammen, so dass Ansammlungen von 20 Trolden und mehr keine Seltenheit sind. Sie gehen für gewöhnlich recht friedlich miteinander um, es sei denn, sie streiten sich um gute Futterplätze, dann können sie durchaus auch recht rabiat werden.
Verhalten gegenüber Artfremden:
Trolde sind sehr scheu und wissen sich gut zu verbergen, wobei sie Zweibeinern am liebsten aus dem Weg gehen. Alles, was größer ist als sie, und sei es nur ein Kaninchen, wird als Gefahr empfunden und veranlasst einen Trold zur Flucht. Sieht er sich bedroht, wird er sich in einem Gebüsch oder im Unterholz verstecken oder sich in einen Fuchs- oder Kaninchenbau flüchten. Trolde sind von Natur aus misstrauisch und Generation um Generation hat gelernt, dass es besser ist, Zweibeinern aus dem Weg zu gehen. Dennoch können sie manchmal recht zutraulich werden, wenn man sich ihnen vorsichtig nähert und ihnen zu verstehen gibt, dass man ihnen nichts Böses will. Man kann das ganze Annäherungsprozedere auch einfach abkürzen, indem man ihnen etwas Essbares anbietet – solchen Verlockungen kann kaum ein Trold widerstehen.
Lebenserwartung:
Die natürliche Lebenserwartung eines Trolds liegt bei etwa 30 bis 35 Zwölfmonden, allerdings erreichen nur wenige ein so hohes Alter.
Besondere Fähigkeiten:
Trolde haben keine besonderen oder gar magischen Fähigkeiten, es sind einfache und primitive Wesen, die vor allem eines im Sinn haben: Futter. In manchen Gegenden können sie regelrecht zur Plage werden, denn sie verwüsten nur zu gerne die gut gepflegten Gemüsegärten der Zweibeiner, fressen sich durch Getreidefelder oder Kartoffeläcker oder schlimmstenfalls auch durch Speisekammern.
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