~ Die
Ältesten Wesen ~
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Auch sagt man, dass die Macht und Magie, die Stärke und Eigenschaften dieser Kreaturen sich in jeder Faser ihres Seins widerspiegeln, in ihren Seelen und Herzen wie in ihren Körpern selbst. Vom Drachenblut heißt es, es mache unverwundbar, ihr feuriger Atem verbrenne selbst Stein, ihre Klauen seien schreckliche Waffen und ihre Schuppen unzerstörbar und härter als das härteste Metall der Immerlande. Von den Harpyien künden die Legenden, ihre Federn verliehen unendliche Weisheit, ihr Blut gewähre einem voraussehende Blicke in die Zukunft und ihre Augen hätten die Macht, jedes Wesen vor Furcht erstarren zu lassen. Dem Blut des Phönix und seinen funkelnden Federn hingegen schreibt man wundersame Heilkräfte und die Macht zur Regeneration zu; den goldschimmernden Eiern, von denen er in jedem seiner unendlich vielen Lebenszyklen jeweils nur eines legt, sogar die Fähigkeit, Tote wieder zum Leben erwecken zu können. Dem weißen Haar der Einhörner sagt man hingegen nach, Schutz vor jedwedem Bösen zu gewähren und von ihrem Blut wird berichtet, es halte den Tod fern und verhindere das Sterben, selbst wenn man den Purpurnen Flüssen schon nahe ist. Ihren Hörnern wird die Kraft nachgesagt, alle Gifte zu neutralisieren und jede Krankheit zu heilen. |
Die Drachen Die
Großen oder Wahren Drachen sind die einzigen Vertreter ihrer Art,
majestätische Kreaturen von enormer Größe und Kraft
und hoher Intelligenz. Sie sind die ersten der Ältesten Wesen,
von den Göttern aus reiner Magie erschaffen und nehmen einen besonderen
Platz in der Schöpfungsgeschichte ein. In mancher Hinsicht verkörpern
die Drachen Naturgewalten - sie sind monströs und gigantisch, dabei
aber dennoch anmutig und schön. Sie sind körperlich, doch
auch magisch, intelligent und dennoch wild, gut und böse, sanft
und überwältigend. Wie alle Ältesten Wesen sind sie unsterblich
und obwohl sie altern, scheint ihre natürliche Lebensspanne keine
Grenzen zu kennen - mit zunehmender Zahl an Jahren werden sie nur mächtiger,
erfahrener und weiser. Alle Drachen können sprechen, beherrschen
die ihnen eigene Sprache, das Shi'bé Venyhasa und zumeist eine
Vielzahl anderer Sprachen der Völker Rohas. Sie können fliegen,
besitzen den gefürchteten Drachenodem und sind fähig, mächtige
Magie zu wirken, außerdem heißt es von ihrem Blut, es mache
unverwundbar. Drachen besitzen eine geradezu unstillbare Gier nach Wissen,
eine besondere Vorliebe für Musik und Poesie und ein ganz besonderes
Faible für Rätsel. "Kein Drache Rohas kann einem Rätsel
widerstehen", so sagt ein altes Koboldsprichwort. Die
Drachenarten: Die Feuerdrachen
gelten als die aggressivsten und auch aktivsten aller Drachen. Sie lieben
die Jagd und alle Arten von Herausforderungen. Feuerdrachen sind gerissen
und keiner anderen Drachenart wird mehr Gier nachgesagt. Ausgewachsene
Feuerdrachen erreichen eine Körperlänge von etwa 25 - 30 Schritt
ohne den langen, dornenbesetzten Schweif. Sie sind geschickte Flieger
und auch auf festem Boden äußerst schnell und gewandt. Feuerdrachen
können zwar wie alle Drachen schwimmen, aber sie tun es mehr schlecht
als recht, nur wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt und sie
scheinen Wasser ohnehin wenig zu mögen. Ihre Schuppen weisen alle
Schattierungen von Rot auf, von hellem Kupfer über schimmernde
Bronzefarben bis hin zu dunklem Rotschwarz mit metallischem Glanz. Ihre
Odemwaffe, der vernichtende Feueratem, ist die von allen Drachenarten
gefährlichste und tödlichste. Ihre Aggressivität, ihre
Verschlagenheit und ihre Gier haben ihnen zudem den Ruf eingebracht,
von allen Drachen die gewaltigsten Schätze angehäuft zu haben. Erddrachen sind
mit einer Größe von 30 - 40 Schritt Körperlänge
ohne Schweif die größte der an Land lebenden Drachenarten.
Sie bevorzugen abgelegene, dicht bewaldete Gebiete gemäßigter
Breiten als Lebensraum und sind die ruhigsten Vertreter ihrer uralten
Rasse. Erddrachen sind durchschnittliche Flieger und passable Schwimmer,
verbringen jedoch die meiste Zeit ihres Lebens in ihren kathedralgroßen
Höhlen. Sie sind von allen Drachen die leidenschaftlichsten Sammler
und meist auch die Gelehrtesten. Ihre Schuppen weisen alle Schattierungen
von Grün und Braun auf, meist mit einem zarten, goldenen Schimmer
überzogen. Die alten Legenden besagen, dass die Urmutter aller
Drachen ein goldener Erddrache war und noch heute ist das Erddrachenauge
der Druiden Laigins ein höchst magisches, uraltes Artefakt von
unglaublicher Macht. Die Sturmdrachen
sind mit einer Körperlänge von 20 - 25 Schritt ohne Schweif
die kleinsten Vertreter ihrer Art. Ihre Schuppen weisen für gewöhnlich
alle Schattierungen von dunklem Blau, Violett, Grausilber und Türkis
auf, oft mit silbernem Glanz. Sturmdrachen sind wendig und schnell und
von allen Drachen die besten Flieger, ja wahre Flugkünstler. Ihre
eigentliche Heimat sind wohl auch der weite Himmel und die endlosen
Wolkenfelder. Ihre Höhlen, die sie nur auf den windumtosten höchsten
Gipfeln der Immerlande haben, suchen sie tatsächlich ausschließlich
zum Ruhen auf und um darin ihre Schätze zu lagern. Sturmdrachen
sind angriffslustig und sehr listig und sie lieben Gewitter und Stürme,
ihr wahres Element. Von allen Drachen scheinen jedoch gerade sie eine
Vorliebe für die Menschen zu haben. Im Zeitalter der Schande war
es ihr Prinz, Daythren Sturmsohn, der eine Sterbliche zur Frau nahm
und die Dynastie der Dracayrens, der Drachenkönige Tamarlons gründete.
Noch heute suchen immer wieder Sturmdrachen die Nähe menschlicher
Siedlungen und von einigen wird berichtet, sie verbrächten immer
wieder lange Jahre in menschlicher Gestalt unter den Sterblichen, unerkannt
und im Verborgenen. Seedrachen hingegen leben in den ruhigen Wassern des Stillen Ozeans und haben sich ihrem nassen Element perfekt angepasst. Ihre Körper sind wesentlich schlanker als die ihrer an Land lebenden Verwandten, dafür erreichen sie enorme Ausmaße. Ausgewachsene Seedrachen erreichen nicht selten eine Körperlänge von über 80 Schritt - allerdings mit Schweif, da der Körper nahtlos in diesen übergeht. Die Schuppen eines Seedrachen sind relativ klein, sehr glatt und äußerst beweglich. Meist sind sie seegrün, tiefblau oder silbrig mit einem perlmuttfarbenem Schimmer. Seedrachen haben keine Kiemen, sondern gewaltige Lungen, die es ihnen ermöglichen, stundenlang zu tauchen. Seedrachen sind außerdem die einzigen Drachen, die nicht fliegen können. Ihre Flügel sind zu hauchdünnen Membranen verkommen, die sie wie schimmernde Schleier auf dem Rücken tragen. Nicht selten arbeiten sie auch Perlen oder kostbare Edelsteine in diese Membranhäute ein. Seedrachen sind sehr musikalisch und lieben die Poesie über alles. Ihre gewaltigen Schätze horten sie zumeist in unterirdischen Grotten in Küstennähe oder in ausgedehnten Höhlensystemen mit Unterwasserzugang. Es soll allerdings auch Seedrachenhorte in gesunkenen Schiffen geben. Seedrachen haben Schwimmhäute an ihren Pranken und ihr langer, muskulöser Schweif dient als Antrieb und Ruder gleichermaßen. Als Schwimmer sind sie unübertroffen und kein anderes Wesen der Meere kann es an Schnelligkeit mit ihnen aufnehmen. Mehr über Drachen
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Die Harpyien Harpyien haben nur
ein Geschlecht, sie sind alle weiblich. Nachdem sie erschaffen worden
waren, waren sie angewiesen auf ihre Unsterblichkeit, um nicht zu vergehen
und ihre Art zu erhalten. Sie gelten als die Weisesten aller Wesen und
es heißt von ihnen, sie verstünden alle Sprachen, die je
gesprochen wurden, besäßen Kenntnis von den tief verborgenen
Mysterien der Zeit und könnten in die Zukunft blicken. Und auch,
dass allein sie die Antwort auf jedes Rätsel kennen, das je ersonnen
wurde. Vor allem heißt es jedoch in den Sagen, dass es einst,
vor langer Zeit, die Harpyie und der Phönix waren, die gemeinsam
die Vögel erschaffen hätten. Da jedoch allein die Götter
Roha mit lebendigen Wesen bevölkern durften, mussten die beiden
ältesten Wesen dafür eine harte Strafe in Kauf nehmen: die
Harpyie bezahlte mit dem Liebreiz ihrer Stimme, der Phönix mit
seiner Unsterblichkeit für ihre Tat. Seither muss er in einem immerwährenden
Kreislauf aus Werden und Vergehen sein Dasein fristen und verbrennt
sich selbst zu Asche, aus der er wieder aufersteht. Am Anfang der Zeiten
zogen die Harpyien noch zu vielen ihre Kreise an den Himmeln und warfen
ihren Schatten auf die unendlichen Weiten Rohas. Meist zogen sie in
kleinen Scharen umher und wachten über das Land. Von anderen Wesen
haben sie sich jedoch von jeher schon ferngehalten, und als die Völker
der Zentauren, Zwerge und Riesen, der Kobolde und Feen und schließlich
auch der Menschen zahlreicher wurden, zogen sie sich in die einsamen
Höhen der Gebirge zurück. Doch irgendwann - und niemand, nicht
einmal die Weisesten aller Weisen, könnten sagen, warum - verschwanden
sie aus den Immerlanden. Wohin sie gezogen sind und ob sie je wiederkehren,
ob sie überhaupt noch existieren, weiß niemand zu sagen.
Nur eine einzige blieb, und sie bewacht seit dem Großen Krieg
am Ende des Vierten Zeitalters das Tor zur Unterwelt im Tal der Nebel.
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Die Phönixe Auch bei der Erschaffung
der Welt spielte der Phönix neben der Harpyie eine wichtige Rolle,
denn zusammen mit ihr erschuf er die Vögel. Doch der Preis dafür
war hoch, denn so wie die Harpyie ihre schöne Stimme für immer
aufgeben musste, verlor der Phönix sein ewiges Leben. Seit diesen
Tagen verbrennt er sich jährlich in seinem eigenen Glutfeuer einmal
zu Asche, um kurze Zeit später als neues und prächtiges Wesen
wieder aufzuerstehen. |
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Die Einhörner Die Einhörner
wurden als letzte der Ältesten Wesen erschaffen und in den uralten
Legenden heißt es: Nachdem die Drachen über den Himmel zogen,
die Harpyien ihre Lieder sangen und der Phönix mit seinem Strahlen
die Dunkelheit erhellte, ruhten die Götter einen Augenblick und
erfreuten sich an den ersten Wesen Rohas. Doch schließlich erhob
Faeyris, die Mondenmutter, ihre Stimme zu einer Melodie so rein und
strahlend, dass alle anderen zunächst nur schweigen konnten. Die
Göttin nahm eine Handvoll Nachtwind und sprach zu ihm: Forme
dich, und du wirst zu einem wundervollen Geschöpf werden! Sie
nahm das reinste Weiß aus dem silbernen Mondtau, der noch niemals
von der Sonne berührt, noch keinen Tropfen seines Silberlichtes
vergossen hatte und gab es dem Nachtwind zur Gestalt. Nun fielen auch
die anderen Götter in ihr Lied ein und die Einhörner wurden
geschaffen. Die Augen eines
Einhorns sind schwarz wie die Nacht und weder Licht, noch Sterne spiegeln
sich darin. Auf ihren edlen, schmalen Köpfen tragen sie ein elfenbeinweißes,
gedrehtes Horn, lang und mattschimmernd und tödlich spitz. Mähne
und Schweif sind sehr lang und leicht gewellt, die kleinen, festen Hufe
über den schmalen Fesseln eisenhart und schwarz. Kein anderes Tier
der Immerlande vermag zu laufen wie ein Einhorn und die Legenden künden,
es fliege ohne Flügel, wurde es doch aus dem Nachtwind selbst geformt.
Nichts
Böses vermag in den Hain eines Einhorns einzudringen, nichts Böses
kann einem Einhorn ein Leid zufügen. Die Einhörner jedoch
vertreiben die Finsternis und zerstören das Dunkel wohin immer
sie gehen und heiligen mit ihren Hufen den Boden... So heißt
es in einem alten Lied der Elben, jenem Volk, das die Einhörner
von jeher sehr verehrt hat. Die Weisesten der Alchemisten sagen, das
Blut eines Einhorns könne jemanden am Leben erhalten, selbst wenn
er nur eine Handbreit vom Tode entfernt ist. Ebenso besitzt das Horn
sagenumwobene Kräfte: es habe die Macht, alle Krankheiten zu heilen,
jedes Gift zu erkennen und seine Wirkung zu bannen, so erzählt
man sich. Dennoch würde es niemand wagen, das Sakrileg zu begehen
und ein Einhorn zu töten, denn jeder, der Hand an diese wunderbaren
Wesen legen würde, wäre verflucht und verdammt auf immer.
Manchmal jedoch mögen Großmut und Güte ein Einhorn veranlassen,
die Bitte eines Notleidenden zu erhören und ihm aus freien Stücken
beizustehen. Einst, als die Einhörner die ganzen Immerlande durchstreiften,
fanden sie den Dunkelwald und blieben fortan im Schatten seiner Bäume.
Sie sind die Bewahrer uralten Wissens, die Hüter jener Unschuld,
die nur reinen Herzen innewohnt, doch ihr Sanftmut trügt, ebenso
wie die scheinbare Idylle ihrer geheimnisvollen Heimat - auf der Suche
nach jenen wundersamen Kreaturen fand schon so mancher in den grünen
Tiefen des Dunkelwaldes einen grausamen Tod. |