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Die Chanka
Physische Erscheinung:
Die Chanka zählen zu den kleinsten Menschenvölkern der Immerlande. Männer werden im Durchschnitt zwischen 1,60 und 1,70 Schritt groß, Frauen sind mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,50 bis 1,60 Schritt für gewöhnlich noch etwas kleiner. Sie haben goldene bis bronzefarbene Haut, während die Farbe ihres Haars von dunklem Braun bis hin zu tiefstem Schwarz reicht. Die mandelförmigen Augen der meisten Chanka sind Braun, selten von heller, häufiger von dunkler Tönung. Besonders helle, goldbraune Augen sind ausgesprochen selten und gelten als eine besondere Gunst des höchsten Götterpaares und somit als Glück verheißendes Omen.
Lebenserwartung und Widerstandskräfte:
Die Chanka sind ein ausgesprochen zäher und langlebiger Menschenschlag mit einer Lebenserwartung zwischen 80 und 100 Jahren. Ebenso wie die Uuma haben sie sich perfekt an das feuchtwarme Südklima der Immerlande angepasst, kommen aber auch ausgezeichnet mit den merklich kühleren Temperaturen der Dämmerberggipgel zurecht. Trockenheit vertragen sie hingegen ausgesprochen schlecht. Durch ihre relativ isolierte Lebensweise sind sie zudem extrem anfällig für allerlei Zivilisationskrankheiten, als Ausgleich dazu sind sie aber ausgesprochen resistent gegen vielerlei Tier- und Pflanzengifte sowie gegen Magie.
Besondere Fähigkeiten:
Die Chanka haben sich perfekt an die Lebensbedingungen der feuchtwarmen Wald- und Dschungelgebiete des Südens angepasst. Selbst im dichtesten Unterholz sind sie in der Lage sich unheimlich schnell und nahezu geräuschlos fortzubewegen. Zudem besitzen sie ausgesprochen scharfe Augen, ein ausgezeichnetes Gehör sowie einen unfehlbaren Orientierungssinn und einen untrüglichen Instinkt was Eigenschaften und Wirkungsweisen von Pflanzen und Giften anbelangt.
Kleidung und Schmuck:
Die traditionellen Trachten und Ponchos der Chanka bestehen aus Stoffen, die aus gesponnener Schafs- oder Rauchpelzwolle hergestellt werden. Auch Pflanzenfasern werden gerne zu Gewändern verarbeitet, beispielsweise zu Wickelkleidern und Röcken. Schurze und Hosen werden vorzugsweise aus Leder hergestellt. Schuhwerk wird eher selten getragen, wenn handelt es um Sandalen oder Mokassins, die aus Leder oder Agavenfasern bestehen. Sehr beliebt sind bunt gefärbte Hüte und Mützen aus Schafs- und Rauchpelzwolle. Federn, Knochen, Zähne, Hörner und Klauen, Perlen und Schnitzwerk aus Holz, geflochtene Leder- und Pflanzenfaserschnüre sowie geschliffene Steine sind als Schmuck weit verbreitet. Das Tragen von Silber- oder Goldschmuck ist ausschließlich der Priesterschaft sowie Mitgliedern der Herrscherfamilie vorbehalten, alle anderen müssen sich mit Bronzeschmuck begnügen. Tätowierungen sind nur unter Pantherkriegern üblich, bei der restlichen Chanka-Bevölkerung sind sie grundsätzlich eher verpönt.
Restriktionen:
Keine
Lebensgewohnheiten und Verhalten:
Die Gesellschaft der Chanka besteht aus fünf sozialen Klassen, deren Zugehörigkeit im wesentlichen von Geburt an vorgegeben ist: Adel, Händler, Handwerker, Bauern und Jäger sowie Sklaven.
Der Adel bildet die soziale Spitze der Chanka-Gesellschaft. Er stellt stets den Ersten Sprecher, den Hochkönig aller Chanka, außerdem die Sprecher, die Oberhäupter jeder Gemeinschaft, die Kriegerelite sowie die gesamte Priesterschaft und Gerichtsbarkeit. Der Hochadel lebt in der Regel in Palästen und besitzt ausgedehnte Ländereien, die von abhängigen Bauern, die einen festgelegten Anteil am Ertrag abgeben müssen, bearbeitet werden. Niedere Adelsfamilien unterschieden sich häufig kaum von gewöhnlichen Bauern, sieht man einmal davon ab, dass sie wie alle Adeligen mehr Rechte besitzen, dafür aber auch strenger bestraft werden. Verbrechen für die Bauern beispielsweise "nur" versklavt werden, können für einen Angehörigen des Adels durchaus ein Todesurteil zur Folge haben. Neben den Sklaven stellen die Händler die zahlenmäßig kleinste Gruppe innerhalb der Chanka-Gesellschaft dar. Sie halten nicht nur den Warenverkehr, sondern den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Chanka-Siedlungen und -Städten aufrecht und haben daher eine ganz besondere Machtposition inne. Vor allem Familien, die auch mit Städten außerhalb des Nachtschattenwaldes Handel treiben, haben einen Reichtum angehäuft, welcher durchaus dem der höchsten Adelsfamilien gleichkommt. Ebenso wie die Bauern, gehören die meisten Handwerker der einfachen Bevölkerung an und abgesehen von ihren jeweiligen Tätigkeiten bestehen zwischen beiden Gruppen keine großen Unterschiede. Nur die Steinmetze, Baumeister, Gold- und Silberschmiede der Chanka haben eine Sonderstellung inne, die mit jener der Händler vergleichbar ist.
Bauern und Jäger stellen zusammen mit den Handwerken den Großteil der Bevölkerung. Die Bauern befinden sich entweder in der glücklichen Lage eigenes Land zu besitzen oder aber sie stehen in Abhängigkeit zu einer Adelsfamilie, die ihnen Nutzungsrechte an einem Stück ihrer Ländereien gewährt. Bei den Jägern verhält es sich etwas anders. Abgesehen vom Adel haben sie allein das Recht in den Wäldern zu jagend, Angehöriger anderer Schichten dürfen dort lediglich Bauholz schlagen und Brennholz sammeln. Die Sklaven bilden die kleinste Gruppe der Chanka-Gesellschaft. Ihre Schuld- und Strafknechtschaft ist aber nicht mit dem Sklavenhaltertum vergleichbar, welches in den übrigen Südlanden üblich ist. Es gibt zwei Möglichkeiten auf die Stufe eines Sklaven abzusteigen: In Folge von Verarmung, beispielsweise weil man seine Schulden nicht zahlen konnte, oder durch Verurteilung für ein Verbrechen. Der Status eines Sklaven ist nicht erblich, er darf über Besitz, ja sogar eigene Sklaven verfügen, und hat das Recht sich freizukaufen, sobald er dazu in der Lage ist. Des Weiteren können Sklaven für frei erklärt werden, wenn sie Misshandlungen durch ihren Herrn nachweisen können oder Kinder mit ihm haben. Im Todesfall eines Herrn werden seine Sklaven an seine Nachkommen weitervererbt. Sklaven, die sich besonders verdient gemacht haben, werden in einer solchen Situation aber häufig freigelassen. Und hat ihr Herr keine leiblichen Nachkommen, dann sind sie grundsätzlich frei.
Religion:
Von allen Zwölfgöttern verehren die Chanka am häufigsten Shenrah und Faêyris. Neben diesen genießen aber auch die beiden hohen Göttinnen der Natur, Anukis und Amitari, besondere Verehrung und selbiges gilt für die Archonen Alvarion, Cenia, Carsai, Maekar, Nimrod Schattenjäger, Sarnaisdor, Sechmet und Tapio Bärkönig mit denen sich die Chanka eng verbunden fühlen.
Obwohl sie begnadete Baumeister sind, besitzen die Chanka nur drei große steinerne Heiligtümer. Zum einen den Goldenen und den Silbernen Hof, welche Shenrah und Faêyris geweiht sind, und zum anderen die sagenumwobene Klosterstadt Huracan, die Stadt in den Wolken. Ansonsten halten sie es ganz ähnlich wie die Uuma und huldigen den Göttern und Archonen in kleinen steinernen Schreinen, die sich überall in ihren Gebieten finden lassen, und an besonderen, geweihten Plätzen an denen spezielle, kunstvoll angefertigte Ritualsteine, die so genannten Nazca, aufgestellt sind.
Sprache(n):
Das Que'chua der Chanka gehört den so genannten Aymarasprachen an. Einige Händlerfamilien können auch die Allgemeinsprache, obschon nur sehr gebrochen. Etwas ganz Besonderes ist die Qui'pu, die Knotenschrift der Chanka, welche ausschließlich von der Priesterschaft beherrscht und verwendet wird. Alle anderen gebildeten Schichten bedienen sich eines erzählenden Schriftsystems, das aus einer Kombination verschiedener Wort- und Silbenzeichen besteht.
Heimatlande:
Ursprünglich entstammen die Chanka, ebenso wie die Uuma, den ersten menschlichen Völkern, die das Archipel der Sommerinseln vor langer Zeit besiedelt haben. Während sich das Volk der Uuma in der Zeit der großen Völkerwanderungen nach dem Krieg gegen den Dunklen und dem Zusammenbruch des Südens von den Zuwanderermassen, die auf die Inseln kamen, lediglich in die Abgeschiedenheit der Wälder zurückdrängen ließ, verließen die Chanka die Sommerinseln vollständig. Sie fanden im Nachtschattenwald eine neue Heimat, wo sie seither vollkommen zurückgezogen leben.
Vorurteile:
Die Chanka sind ein stolzer, misstrauischer Menschenschlag. Aufgrund ihrer Erfahrungen, vor allem während der Zeit der großen Völkerwanderungen nach dem Krieg gegen den Dunklen und dem Zusammenbruch des Südens, verhalten sie sich fremden Völkern gegenüber sehr argwöhnisch und zurückgezogen. Mit der Welt außerhalb des Nachtschattenwaldes stehen sie nur über ihre Händler in Kontakt, Fremde halten sie mit allen verfügbaren Mitteln aus ihren Gebieten fern.
Übliche Berufe:
Bei den Chanka sind grundsätzlich alle Berufe vertreten, die mit ihrer Lebensweise in Einklang stehen. Die Mehrzahl der Bevölkerung besteht aus Bauern, Jägern, Sammlern und Handwerkern sowie eine handvoll Händlern. Besonders angesehene Berufe sind die des Baumeisters, des Steinmetz, des Gold- und des Silberschmiedes. Außerdem besitzen die Chanka eine große Priesterschaft sowie eine ausgewählte Kriegerelite, deren Spitze die Pantherkrieger, auch die Geschorenen genannt, bilden.
Waffen und Rüstungen:
Die typischen Waffen der Chanka sind Schleudern aus Leder oder Pflanzenfasern, Lanze und Speer, Speerschleudern, kurze und lange Feuersteinschwerter (keulenartige Hiebwaffen), Beile und Keulen. Auch Pfeil und Bogen finden regelmäßig Verwendung. Chanka-Waffen bestehen vor allem aus Holz und Stein, vorzugsweise Eisenholz und Feuerstein, sowie aus Knochen. Waffen mit Metallspitzen oder -klingen sind hingegen ausgesprochen rar.
Ebenso wie die Uuma tragen die Chanka weder schwere Rüstungen noch Rüstungen aus Metall. Als Körperschutz verwenden sie stattdessen leichte Lederrüstungen oder stark gepolsterte Koller aus Baumwoll- oder Agavenfasern, die entweder den gesamten Körper oder nur Oberkörper und Bauch bedecken. Auch runde Schilde aus Holz oder geflochtenen Pflanzenfasern sowie Arm- und Beinschienen aus entsprechenden Materialien werden häufig verwendet. Zudem ist es unter Kämpfern üblich sich mit kunstvollen Kriegsbemalungen und Federn des Nagual und des Roten Felsenkrähers herauszuputzen. |