~ Große Völker der Immerlande ~


Es war Vendis, der den Anblick von Wind, der über weite Grasebenen streicht, besonders liebte. Er hatte das Gefühl, dass die anderen Götter diese Schönheit nicht zu würdigen wussten und er wünschte sich jemanden, mit dem er diese Freude teilen könnte, Wesen, die so frei wie der Wind und so stark wie die Erde wären. Wesen, die sich vollkommen in das Bild des Windes in den südlichen Ebenen einfügen würden. Und Vendis nahm eine Hand voll Südwind und schuf daraus die Zentauren, die von nun an die Steppen des Südens durchstreifen sollten. Sie waren stark und wild, sanft und ruhig, zerstörerisch, gerecht und unberechenbar wie der Wind selbst. Zu ihrer Geburtsstunde erhielten die Zentauren noch Geschenke von einigen anderen Göttern. Bran schenkte ihnen Kraft, welche über die von Pferden oder Menschen hinausging, Shenrah gab ihnen die Liebe zum Himmel und den Sternen, von Amitari lernten sie, die Natur zu ehren und von Anukis erhielten sie die Verständigkeit, die notwendig war, um außergewöhnliche Jäger hervorzubringen.


Die Zentauren
 
 

Physische Erscheinung:
Die Zentauren erscheinen wie Mischwesen aus Mensch und Pferd, besitzen einen großen, schlanken, muskulösen Pferdeleib und einen ebensolchen, menschlichen Oberkörper. Sie haben zumeist anziehende, ebenmäßige Gesichtszüge mit großen, leicht schräg stehenden Augen. Alle üblichen Haut-, Augen-, Haar- und Fellfarben kommen vor, am weitesten verbreitet sind jedoch helle und sandfarbene Töne. Die Haut und die Fellfarbe eines Zentauren, sowie sein Kopf und sein Schweifhaar, weichen nie grob voneinander ab. Wirklich dunkle Zentauren mit schwarzer Haut, dunklem Haar und schwarzem Fell sind selten. Sehr hellhäutige, blondhaarige Zentauren mit weißem Fell werden nur alle zweihundert Jahre geboren und gelten als schlechtes Omen.  
 

Lebenserwartung und Widerstandskräfte:
Zentauren sind nicht unsterblich, erreichen jedoch im Schnitt eine Zahl an Jahren, die ein Menschenalter weit übersteigt. Ihr Durchschnittsalter liegt etwa bei 200 - 230 Jahren. Sie sind von Natur aus ziemlich robust und verfügen über eine hohe Konstitution.  
 

Besondere Fähigkeiten:
Zentauren verfügen über Nachtsicht und sind fast ausnahmslos empathisch begabt.
 

Kleidung und Schmuck:  
Zentauren tragen selten Kleidung, und wenn doch, dann nur über ihrem menschlichen Torso und auch eher aus Rücksicht auf Sitten und Moralvorstellungen ihrer Umgebung. Sie brauchen dank ihres Fells und ihrer guten Konstitution keine Kleidung zum Schutz gegen Kälte, Hitze oder Witterung, doch sie tragen hin und wieder Zeremonienumhänge und natürlich auch Rüstungen. Schmuck wird gern getragen und zwar in jeder Form, vorzugsweise aus schwerem Gold und edlen Steinen, sowohl für ihre menschlichen Körper, als auch für ihren Pferdeleib. Ihr Haar ist stets lang, Krieger flechten sich einen einzelnen Zopf. Sie schneiden es nur ab, wenn sie eine persönliche Schande hinnehmen mussten und der Verlust des Haares gilt als großes Unglück.
 

Restriktionen:
keine
 

Lebensgewohnheiten und Verhalten:
Die Zentauren zählen neben Feen, Kobolden, Zwergen, Riesen, Ariakasz und Faunen zu den sieben Gründerrassen Rohas. Dem Königreich des Blutes und der Herrschaft der Finsternis setzten sie das Gesegnete Reich von Assuaran entgegen und der Kampf gegen den Dunklen und die Heerscharen der Unterwelt war lange Jahrhunderte bis zum Untergang ihres Reiches und darüber hinaus ihre heilige Mission. Als die Ersten Menschen im Osten der Welt erwachten und aus der Sklaverei der Dunkelheit flohen, waren die Zentauren ihre Lehrer und Mentoren. Die Gelehrten und Weisen Assuarans waren es auch, die als erste die Geheimnisse arkaner Zauberkünste erforschten und ihre Kenntnisse an die anderen Völker und die Menschen weitergaben. Noch heute, in den Tagen ihres Niedergangs, sind die Zentauren ungeheuer stolz und leben nach einem strengen Ehrenkodex. Sie leben in kleinen Familienverbänden in einer Gesellschaft, die von großem gegenseitigen Respekt auch Schwächeren oder Untergebenen gegenüber zeugt. Zwischen den Geschlechtern herrscht absolute Gleichberechtigung. Heute, im fünften Zeitalter, leben die Letzten eines einst zahlreichen Volkes sehr zurückgezogen in den ausgedehnten Höhlensystemen und ihrer einzigen verbliebenen Stadt am Fuß des Balaat Dair im Sar Perduin. Sie hüten die Grenzen ihres Refugiums streng und heißen Fremde nur noch selten in ihrer Mitte Willkommen, doch sie treiben noch Handel mit den Freien Städten Azuriens und hin und wieder trifft man auch außerhalb ihrer Heimat einen Zentauren auf Wanderschaft. Sie wirken oft schweigsam und meist viel zu ernsthaft, aber das resultiert aus der langen und leidvollen Geschichte ihres Volkes. Hat man einmal ihr Vertrauen erlangt, sind sie hilfsbereit und warmherzig, erzürnt man sie jedoch, können sie furchtbar in ihrer Wut werden.
 

Religionen:
Die Zentauren verehren das gesamte Pantheon der Immerlande, besondere Beachtung schenken sie jedoch Shenrah, Amitari, Anukis, Vendis und Bran.
 

Sprache(n):
Ihre eigene Sprache, das Illianka, ist eine heute fast vollkommen vergessene Sprache. Die Zentauren halten sie zwar nicht bewusst geheim, doch sie wird nur mündlich überliefert und keinem Außenstehenden gelehrt, wodurch auch unter den Weisen kaum etwas über sie bekannt ist. Natürlich sprechen sie auch die gemeinsame Sprache, eine Vielzahl der alten azurianischen Dialekte des Hôtha und Tamar.  
 

Heimatland:
Die Zentauren bevölkerten einst den Großteil Azuriens, als dieser noch grün und fruchtbar war. Heute, da es nach den vielen Kriegen nur noch wenige Zentauren gibt, haben diese sich in den Sar Perduin zurückgezogen, wo sie hauptsächlich in Kameearath, der Höhlenstadt unter dem Balaat Dair leben. Im restlichen Sar Perduin finden sich nur kleine Siedlungen. Eine Siedlung gibt es auch im östlichen Teil des Mondfallgebirges.
 

Vorurteile:
Zentauren hassen und verachten alle Kreaturen der Finsternis, der Unterwelt und Anhänger des Dunklen Gottes mit einer Inbrunst und einer Wildheit, die selbst unter den Elben ihres gleichen sucht. Seit Anbeginn aller Tage sind sie die erklärten Todfeinde der widernatürlichen Kreaturen der Neun Höllen, der unheiligen Legionen und jedweden Dieners der Finsternis.
 

(Übliche) Berufe:
Alle bekannten außer jenen natürlich, für die es aus rassespezifischen oder kulturellen Gründen einfach keine Verwendung gibt.
 

Waffen und Rüstungen:  
Die meisten Zentauren bevorzugen schon wegen ihrer körperlichen Voraussetzungen zweihändige Stangenwaffen wie Speere, Hellebarden und ähnliches. Auch Bihänder oder zweihändige Schlachtbeile finden gelegentlich Verwendung. Außerdem haben sie eine Vorliebe für große Bögen und Armbrüste. Gebrauchen und benutzen können sie jedoch im Prinzip alle Waffen. Rüstungen werden selten getragen, aber wenn dann sind sie von außerordentlicher Qualität, wie alle ihre Erzeugnisse. Beschlagene Lederharnische, die nur über dem menschlichen Torso getragen werden, kommen zumeist bei der Jagd auf Löwen oder azurianische Dreihörner zum Einsatz, doch es gibt auch schwere Kriegsrüstungen, Harnische und Kettenpanzer, die selbst dem Pferdeleib beachtlichen Schutz bieten. Die Helme der Zentauren sind mit einem hohen Aufsatz und langen Schweifen aus steifem Rosshaar versehen, was sie noch beeindruckender wirken lässt.

 

~ Zurück zur Übersicht ~