~ Elbenvölker der Immerlande ~

 

Die Meerelben oder Fa'Liar
  
 
 
Physische Erscheinung:
Die Fa'Liar sind unter den Elbenvölkern das physisch größte, ihre Körperlänge beträgt durchschnittlich etwa 220 bis 240 Sekhel, wobei die weiblichen Fa'Liar nicht oder nur unwesentlich kleiner sind als die männlichen Vertreter des Volkes. Sie sind jedoch weder hager noch plump, sondern Männer wie Frauen sind schlank, von muskulöser Geschmeidigkeit, haben einen eleganten Körperbau, lange Gliedmaßen, breite Schultern, schmale Hüften und kräftige Beine. Bei den Frauen der Fa'Liar sind weibliche Formen nur wenig ausgeprägt. Zwischen den Zehen und den langgliedrigen Fingern finden sich durchscheinende, membranartige Schwimmhäute. Die Haut der Meerelben, die an das Leben in den Ozeanen perfekt angepasst ist, besitzt einen perlmuttartig schillernden Glanz. Die Hautfarbe und Pigmentierung variiert von milchigem, grünschimmerndem Weiß über Muschelgrau bis hin zu zarten Blau-, Grün- und Türkistönen. Ihr Haar, das meist lang und offen getragen wird, weist Farbtöne von silbrigem Weiß über Türkis bis hin zu tiefem Blaugrün auf. Ihre Gesichter sind markant und tragen edle Züge, die Augen sind leicht schrägstehend und überdurchschnittlich groß. Die Augäpfel sind mit einem zarten Grünschimmer versehen und werden, zusätzlich zu den normalen Augenlidern, noch von einer beweglichen, durchscheinenden Nickhaut geschützt. Die Farbe der Iris kann in allen Farben des Meeres schimmern, von hellem Wasserblau bis hin zu tiefstem Grün.  
 
Obwohl der Lebensraum der Fa'Liar gewöhnlich die warmen Ozeane Rohas sind, die sie nur selten verlassen, ist es ihnen dennoch möglich, auch an Land zu überleben. Ihr Atmungssystem erlaubt beides, sie besitzen sowohl einen separaten Lungenkreislauf als auch einen Kiemenkreislauf, die sie je nach Lebensraum einsetzen können. Bei einem Aufenthalt im Meer wird vorbeiströmendes Wasser durch längliche Kiemenschlitze gepresst, die sich zu beiden Seiten des Halses befinden, der Sauerstoff wird herausgefiltert und in den Blutkreislauf eingebracht, während das Wasser wieder ausströmt. Die zarten Kiemen sind von Kiemendeckeln geschützt, die Austrocknung und Verletzung verhindern. Während der Kiemenatmung ist die Luftröhre zu den Lungen verschlossen, im Gegensatz dazu ziehen sich die Kiemen bei Lungenatmung in eine Höhlung zurück und bleiben durch die Kiemendeckel verborgen. Der Wechsel der Atmung erfolgt selbsttätig und unwillentlich über das vegetative Nervensystem, er ist so selbstverständlich wie das Atmen selbst und stellt für die Fa'Liar weder eine Behinderung dar, noch ist er mit Anstrengung verbunden.  
 

Lebenserwartung und Widerstandskräfte:  

Wie alle Elbenvölker sind auch die Fa'Liar unsterblich, es sei denn, ihr Leben wird durch eigenen Willen oder durch Gewaltanwendung beendet. Sie sind gegen Krankheiten und Gifte gefeit, sehr widerstandsfähig gegen elementare Kräfte des Wassers und der Luft, und besitzen eine hohe Magieresistenz.  
 

Besondere Fähigkeiten:  

Wie alle Elbenvölker sind sie empathisch begabt. Sie besitzen die Fähigkeit, bei Nacht und in den dunklen Tiefen der Ozeane extrem gut zu sehen, auch Gehör und Geruchssinn sind unter Wasser außergewöhnlich ausgeprägt; an Land erreichen diese Sinne jedoch nur guten Durchschnitt.  
 
Wie Fische und einige Amphibienarten besitzen sie ein besonderes Sinnesorgan, das Seitenlinienorgan, eine Art Ferntastsinn, mit dem sie unter Wasser auch leiseste Bewegungen und Schwingungen über große Strecken hinweg wahrnehmen können. Zudem ermöglicht es ihnen eine geomagnetische Navigation, also die Orientierung an geomagnetischen Kraftlinien, die nicht nur unter Wasser, sondern auch an Land funktioniert. Ihr Orientierungssinn ist außergewöhnlich. Die Fa'Liar sind ausgezeichnete Schwimmer und in ihrem Element auch hervorragende, schnelle Jäger. Sie sind in der Lage, mit intelligenten Meeressäugern auf gedanklicher Ebene bzw mittels einer primitiven Klangsprache zu kommunizieren und suchen sich unter ihnen oft Verbündete, wenn es um die Verteidigung ihres Unterwasserreiches gegen Feinde geht. Im Gegenzug schützen die Fa'Liar oft die friedlichen Tiere des Meeres und verhindern übermäßigen Raubbau in ihren Gewässern.  
 

Kleidung und Schmuck:
Im Wasser tragen die Meerelben notwendigerweise keine Kleidung, schon weil umhüllende Stoffe die Funktion ihres Seitenlinienorgans verhindern würden. Lediglich Jäger, die den Schutz der unterseeischen Städte verlassen tragen leichte Rüstungsteile. An Land bevorzugen sie leichte, fließende, schimmernde Stoffe und Kleidung, die ihre wassergewöhnten Körper nur leicht umspielt. Sie hassen alles Einengende und würden außer im Kampf und bei der Jagd auch kaum derartige Kleidung tragen, sofern sie nicht wirklich zu ihrem Schutz nötig ist. Sie schmücken sich gerne mit Amurs Gaben, mit Geschmeiden aus Perlen und Korallen, Kristallen, schimmernden Muschelschalen und Perlmutt.  
 

Restriktionen:
Fa'Liar sind an Land zwar durchaus lebensfähig und einige sollen sich tatsächlich in größeren Städten angesiedelt haben, aber sie benötigen in regelmäßigen Abständen unbedingt Wasser. Ihre Haut ist zwar perfekt an das Leben in den Tiefen der Meere angepasst, an Land jedoch würde sie schnell vertrocknen und ist äußerst empfindlich gegen große Hitze und Sonnenlicht. Auch Frost und lange Kälteperioden vertragen sie schlecht. Vor Feuer haben sie großen Respekt und gehen sehr vorsichtig damit um, fürchten es teilweise gar, und werden sich wenn möglich davon fernhalten. Feuer und Feuermagie können ihnen schwere Verletzungen zufügen.  
 

Lebensgewohnheiten und Verhalten:
 
Nach der Flucht von den Himmelsinseln, als sie ihre Brüder und Schwestern über die weiten Meere geführt hatten, siedelten sie an verschiedenen Küsten; mittlerweile jedoch haben sie sich in die warmen tropischen Meere im Süden der Immerlande zurückgezogen. Neben einzelnen, sehr kleinen und kaum nennenswerten Kolonien entlang der südlichen Küsten, gibt es eine Hauptsiedlung, die nahezu das ganze Meerelbenvolk beherbergt. Sie liegt im Archipel der Sommerinseln, umschlossen vom Inselring Ninians und wird in der Sprache der Elben Faên Andolin genannt, der Goldene Garten. Dort, in den Tiefen des Meeres verbirgt sich eine weitläufige Stadt, die die Schönheit eines natürlichen Korallenriffes mit der prachtvollen Baukunst der Elbenvölker vereint. Die Meerelben leben dort ungestört und fernab von Kriegen und menschlicher Zivilisation in ihrer eigenen stillen, schimmernden Welt. Sie sind gesellig und pflegen ein intensives Sozialverhalten untereinander, leben in innigen Familienverbänden, die sich wiederum zu größeren Sippen zusammenschließen. Als Fa'Liar, als "Wassertöchter" leben sie seit Anbeginn ihres Volkes in einem Matriarchat, über ihr Reich herrscht die Königin der Meerelben. Die Fa'Liar sind ein sehr friedliches Volk, finden Gefallen an Kunst und schönen Dingen, an Musik, Spiel und Tanz, und sie sind sehr wissbegierig und neugierig. Landbewohnern gegenüber legen sie ein gewisses Misstrauen an den Tag und zeigen gelegentlich auch eine gewisse Arroganz gegenüber anderen Elbenvölkern. Sie sind jedoch niemandem wirklich feindlich gesinnt, und Kampfeswille bewegt sie nur, wenn sie oder ihr Reich direkt angegriffen werden.  
 

Religion:  
Sie achten den gesamten Pantheon, besonders aber natürlich Amur, ihren Schöpfer, Vater und Lebensspender, ebenso seine Archonen. Auch Lyr, Vendis und Inari genießen unter den Meerelben hohe Verehrung.  
 

Sprache(n):  
Die Fa'Liar sprechen ihre eigene Zunge und verständigen sich untereinander in einer Sprache aus Lauten und Tönen, die oft an wohlklingende Gesänge erinnern, für Landbewohner jedoch unmöglich nachzuahmen sind. Sie sind aber auch begrenzt des Shidar und der Allgemeinsprache mächtig.  
 

Heimatländer:
Die Fa'Liar sind in den Tiefen der tropischen Ozeane zu Hause; ihre Heimat liegt im Archipel der Sommerinseln, wo sich inmitten der riesigen Lagune Ninians tief im Meer ihre Siedlungen und Städte befinden.
 

Vorurteile:  

Aufgrund ihres Lebensraumes hegen sie ein natürliches Misstrauen gegenüber allen Landbewohnern. Oft verstehen sie auch deren Denkweisen und Werte nicht, was gelegentlich zu Missverständnissen mit anderen Völkern führen kann.  
 

Übliche Berufe:  
In ihrem natürlichen Lebensraum, den Meeren, ergreifen die Fa'Liar keine "Berufe" im eigentlichen Sinne, da das Meer ihnen alles bietet, was sie zum Leben brauchen. Viele der landbewohnenden Fa'Liar jedoch wählen eine Ausbildung zum Magier als ihre Berufung, wobei sie als Schule ausnahmslos das Element Wasser wählen. Sie sind oft auch als Händler tätig, wählen den Beruf des Heilers oder des Alchimisten. Unter ihnen sind auch begabte Kunsthandwerker, vor allem Steinschleifer, Schnitzer, Bildhauer oder Instrumentenbauer.  
 

Waffen und Rüstungen:  

Waffen und Rüstungen aus Metall sind den Fa'Liar - zumindest innerhalb ihres ursprünglichen Lebensraumes, den warmen Ozeanen - völlig fremd. Sie nutzen stattdessen die Gaben Amurs und die Geschenke des Meeres, die ihnen praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehen, während sie jegliches Schmiedewerk eher ablehnen, schon allein aus dem Grund, dass sie es selbst nicht herstellen können und somit auf Landbewohner angewiesen wären. Sie tragen zumeist Rüstungen aus speziell präparierter und gehärteter Haihaut, die extrem widerstandsfähig und zugleich leicht und beweglich sind; oft sind die Rüstungen mit den steinharten Schuppen der Rotfeuerfische verstärkt, mit Schalen von Krebspanzern oder den giftigen Dornenhäuten von Stachelrochen. Wenn sie Schilde verwenden, fertigen sie diese aus den Panzern der Meeresschildkröten an. Auch bei ihren Waffen bedienen sie sich den Gaben des Meeres, so benutzen sie zum Beispiel kurze, geschmeidige Peitschen, die sie aus den dornbewehrten Schwänzen der Stachelrochen herstellen, Klingen aus den Kiefern von Schwertfischen, Dreizack und Harpunen mit geschliffenen Steinspitzen, und ähnliche. Zwar sind sie durchaus in der Lage, an Land metallene Rüstungen zu tragen und gewöhnliche Waffen zu führen, werden es jedoch selten tun und immer Materialien aus ihrem Lebensraum bevorzugen.


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