~Räuberische Pflanzen der Immerlande ~

 

YangaYanga
 


Name:
Yanga, Ogerkeule, Spinnenkeule
 
Art:
Fleischfressende Pflanze
 
Aussehen:
Yangas sind Dschungelpflanzen mit einem ziemlich ungewöhnlichen Aussehen. Auf einem massiven, fleischigen Stamm, der bis zu 20 Sekhel im Durchmesser stark werden kann und am oberen Ende eine ringförmige Verdickung aufweist, sitzt eine schimmernde, eiförmige Kapsel, in der die Verdauung und Nährstoffverwertung der Pflanze stattfindet. Aus dem oberen Ende der Kapsel wachsen dichte Büschel haarfeiner, klebriger Blattfäden und lange tentakelartige Gebilde mit harzigen weißen Stempeln an ihren Enden. Durch ein spezielles Leuchtorgan, das sich in der ballonartigen Kapsel befindet, kann die Pflanze ein helles, purpurfarben schillerndes Licht erzeugen. Yangas wachsen meist in kleinen Gruppen von drei bis fünf Pflanzen und werden ausgewachsen gut mannshoch. Sie vermehren sich ähnlich wie Farne durch Sporen, die sich in der glasartigen Außenhaut der Leuchtkapsel befinden. Die ganze Lebensdauer der Yangas über liegen die Sporen dort gut geschützt und werden erst mit dem Tod der Pflanze freigegeben, wenn sie nach etwa drei Lebensjahren abstirbt und die Kapsel sich auflöst.
 
Verbreitungsgebiet und Vorkommen:
Yangas sind lichtscheue Gewächse und gedeihen nur in den feuchtwarmen, schattendunklen Tiefen der Regenwälder im Süden der Immerlande. Verbreitet sind sie vor allem auf den Sommerinseln, wo sie sich an den düstersten Orten der dichten Dschungel zweifellos am wohlsten fühlen. Sie brauchen eine feuchte Umgebung und vertragen kein direktes Sonnenlicht.  
 
Ernte:
Geerntet werden nur die dickfleischigen Stämme der Pflanze, die das ganze Jahr über geschlagen werden können. Alle anderen Teile sind für Zweibeiner ungenießbar.
 
Verwendung:
Der Stamm einer Yanga liefert sehr festes, rhabarberähnlich schmeckendes Fruchtfleisch, das von den Uumavölkern gern gegessen wird. Das Fruchtfleisch muss allerdings gekocht werden, roh genossen führt es zu schmerzhaften Magenkoliken.
 
Besonderheiten:
Yangas sind nicht gerade die Spitzenreiter unter den immerländischen Nutz- oder Nahrungspflanzen, aber sie sind - vor allem in der Nacht - phantastisch anzusehen. Ihr purpurfarbenes Schimmern leuchtet weit durch die Dunkelheit der nächtlichen Wälder und dient vor allem dazu, potentielle Beute anzulocken. Unvorsichtige Nachtfalter, Glühwürmchen und andere Insekten - oder auch der ein oder andere nachtaktive Kleinvogel - , die sich zu nah an die Pflanze wagen, werden unweigerlich im Gewirr ihrer Klebefäden hängen bleiben wie in einem Spinnennetz. Gefangene Tiere werden durch die Tentakelfortsätze in die Kapsel geschleust, also in den 'Magen' der Yanga, wo sie zersetzt und verdaut werden, um die Pflanze mit der nötigen Nahrung zu versorgen. Für Zweibeiner sind die Gewächse zwar nicht gefährlich, aber der Kontakt mit den Fadenbüscheln reizt die Haut und ruft heftiges Brennen und Jucken hervor.

 

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