~ Pilze der Immerlande ~

 

Totenfinger

 
Name:  
Totenfinger, Sithechfinger
 
Art:  
Pilze
 
Aussehen:  
Die Pilze tragen ihren Namen mit vollem Recht, denn sie erinnern tatsächlich an die bleichen Fingerkuppen eines Toten, die sich aus der Erde graben. Voll ausgewachsen erreichen die Pilze etwa die Größe einer Männerhand und werden etwa 15 bis 20 Sekhel hoch. Der Pilzkörper ist von fahlem Grau oder Graubraun, oft gefleckt oder gesprenkelt, die Kappen sind dagegen hell gefärbt, meist blassgrau und weißlich wie zerfallene Asche. Die Kappen sind zudem mit einer milchigen Substanz überzogen, die einen penetranten Aasgeruch verströmt, damit locken die Pilze Fliegen und Käfer an, die die Sporen weiterverbreiten und so für den Fortbestand der Art sorgen.
 
Verbreitungsgebiet und Vorkommen:  
Totenfinger sind im Westen der Immerlande beheimatet, vor allem in den Rhaínlanden und den angrenzenden Regionen. Sie gedeihen an feuchten, schattigen Plätzen, in Moorgebieten, an dicht bewachsenen Flussufern, in Wäldern und an Waldrändern, manchmal auch in offener Landschaft, wenn es genügend schattenspendende Pflanzen in der Nähe gibt.
 
Ernte:  
Reif und ausgewachsen sind die Pilze gegen Ende des Herbstes, im Blätterfall oder frühen Nebelmond.  
 
Verwendung:  
Totenfinger sind nicht giftig und wären durchaus genießbar, allerdings haftet ihnen ein fürchterlicher Aasgestank an, der sie für die Küche praktisch unbrauchbar macht. Die in der Erde versteckten Knollen allerdings, aus denen die Pilze sprießen, sind geruchlos und lassen sich durchaus verwenden; diese sogenannten "Hexeneier" lassen sich verarbeiten wie jeder gewöhnliche Speisepilz und werden gelegentlich auch gesammelt.
 
Legende:
Das ungewöhnliche und ein wenig gruselige Aussehen der Pilze hat schon ganze Generationen von Rhaínländern zu allerlei unheimlichen Geschichten angeregt, in denen es vor Geistern und Toten meist nur so wimmelt. Es heißt zum Beispiel, wenn Totenfinger auf einem Grabhügel wachsen, habe der darunter liegende Tote ein ungesühntes Verbrechen mit ins Grab genommen; eine andere Version behauptet, Pilze auf dem Grab eines Verbrechers würden darauf hin deuten, dass derjenige unschuldig verurteilt worden sei. Totenfinger, die in Mooren und Sümpfen wachsen, sind angeblich ein Zeichen dafür, dass ertränkte Moorleichen versuchen, sich wieder nach oben zu graben. Die Liste der Geschichten ist schier endlos, das meiste davon gehört jedoch eindeutig in die Kategorie der Gute-Nacht-Geschichten, mit der man Kinder verschreckt oder die sich junge Abenteurer am Lagerfeuer erzählen.

 Totenfinger

 

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