Feenhütchen
 
Name:
Feenhütchen, Feenhut, Fingerhut, Digitalis
Art:
Krautpflanzen/Wegerichgewächse
Aussehen:
Das Feenhütchen ist eine krautartige, zweijährige Pflanze, die im ersten Wuchsjahr in Bodennähe lediglich eine Blattrosette bildet. Im zweiten Jahr aber treibt sie einen bis zu zwei Schritt hohen Spross aus, der in der oberen Hälfte ringsherum mit fingerhutähnlich geformten Blüten besetzt ist. Meist sind die Blüten rosa- oder purpurfarben, es gibt aber auch weiße oder dunkelviolette Exemplare. Das Innere der Blüte ist gefleckt und sie ist so geformt, dass eine Honigbiene oder Hummel, die die Pflanze anfliegt, sie ganz automatisch bestäubt, wenn sie auf dem unteren Teil der Blütenglocke landet und dann ins Innere kriecht, um an den Nektar zu kommen. Die Blütezeit des Feenhütchens liegt von Goldschein bis Beerenreif, die Lebensdauer des prächtig anzuschauenden Blütensprosses beträgt allerdings nur gut einen Siebentag, bevor die purpurfarbenen Glocken welken und abgestoßen werden.
Verbreitungsgebiet und Vorkommen:
Feenhütchen sind in den Immerlanden recht weit verbreitet, ihre Vorkommen liegen dabei in den gemäßigten bis wärmeren Breiten, die die Herzlande, die Rhaínlande, die Drachenlande und die nördlichen Elbenlande umfassen. Sie gedeihen auf sauren, kalkarmen, lockeren Böden in Halbschatten oder Sonne und sind oft an Wald- und Wiesenrändern, auf Waldlichtungen und an Berghängen zu finden.
Ernte:
Verwendet und geerntet werden nur die Blätter der Pflanze im zweiten Wuchsjahr, sie werden kurz vor der Blüte im Sonnenthron und Beerenreif geschnitten.
Verwendung:
Die Blätter des Feenhütchens haben – in der richtigen Dosierung – eine positive und stärkende Wirkung auf das Herz, sie regulieren den Herzschlag, fördern den Blutfluss und kräftigen einen schwachen Herzmuskel. Für gewöhnlich werden die getrockneten Blätter zu einem Sud bereitet, der eingenommen werden muss, um seine Wirkung auf Herz und Kreislauf zu entfalten. Bekannt ist jedoch auch die äußerliche Anwendung, hierbei werden die Feenhütchenblätter bei Geschwüren und schlecht heilenden Wunden verwendet. Als hochgiftiger Pflanze kommt dem Feenhütchen darüber hinaus auch eine besondere Bedeutung bei den immerländischen Alchemisten zu, ein geschickter und erfahrener Alchemist versteht es, aus den Blättern der Pflanze ein geruchs- und geschmacksneutrales Gift herzustellen, das einen natürlichen Tod seines Opfers vorzutäuschen vermag. Wird das Gift richtig eingesetzt, scheint es, als sei der Vergiftete schlicht einem Herzleiden erlegen.
Besonderheiten:
Das Feenhütchen zählt zu den giftigsten Pflanzen der gemäßigten Breiten und schon der Verzehr von zwei Blättern kann zum Tode führen. Eine richtige Dosierung ist äußerst schwierig, denn die Grenze zwischen heilkräftiger und tödlicher Dosis ist äußerst schmal. Als Arzneipflanze gehört das Feenhütchen auf jeden Fall in die Hände eines erfahrenen Heilers.
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