Faêyriskerze

Name:
Faêyriskerze, Kaikai, Lilin Faêyris in der Sprache der Uuma
Art:
Blütenpflanzen/Blumen
Aussehen:
Die Lilin Faêyris, wie die Uuma die Blume nennen, ist die meiste Zeit ihres Lebens ein recht unscheinbares Gewächs. Wie kleine, graugrüne Tannenzapfen strecken sich im Frühjahr nach der Winterregenzeit die ersten Triebe aus dem Boden, wobei die fleischigen, schuppenartig angeordneten Blätter noch fest geschlossen sind. Etwa ein vier bis fünf Monde braucht die Pflanze, bis sie ausgewachsen ist und zur Zeit der Sommersonnenwende ihre endgültige Größe von gut einer Handspanne erreicht hat und die Triebe wie dicke Blätterkerzen aus der Erde ragen. In den Tagen der Sonnenwende zeigen die Pflanzen dann ihre Blütenstände: die fest geschlossenen äußeren Blätter öffnen sich in der Abenddämmerung und aus ihrer Mitte steigt eine zarte, elfenbeinfarbene Blüte hervor, die ein wundersames Leuchten verströmt. Durch ihr Licht lockt die Pflanze Nachtfalter an, die die Bestäubung übernehmen und den Fortbestand der Art sichern, doch die herrliche Blüte währt nur wenige Nächte, bevor die leuchtenden Blätter im wahrsten Sinn des Wortes zu Staub zerfallen.
Verbreitungsgebiet und Vorkommen:
Die Faêyriskerze ist eine sehr seltene Pflanze, die bislang nur an einem einzigen Ort gefunden wurde, der Insel Yrianamur im Archipel der Sidh'Amriel im Südmeer. Dort wächst sie im nebelverhangenen Bergregenwald an den Hängen des Yamarthan und in der Gegend um die Ruinen von Bindralar. Mag sein, dass sie auch anderswo in den dichten, unwegsamen Urwäldern der Inselwelt gedeiht, doch gefunden hat diese Orte bislang noch niemand.
Ernte:
Geerntet werden die zarten, elfenbeinfarbenen Blütenblätter der Pflanze, die große Heilkräfte besitzen. Sie zu erlangen ist jedoch wegen der begrenzten Zeit ihrer Blüte sehr schwierig.
Verwendung:
Den Blüten der Faêyriskerze wohnen heilende Kräfte inne, ihre Essenz ist eines der wenigen bekannten Gegengifte zum Gift der Feuerfrösche, dem gefürchteten Aocha. Die frischen Blütenblätter vermögen außerdem Verletzungen zu lindern und die Heilung und Schließung von offenen Wunden enorm zu beschleunigen. In getrocknetem Zustand büßen die Blüten zwar ein wenig von ihren Kräften ein, sind aber immer noch höchst wirksam. Sie wirken vor allem entgiftend und ein Sud oder Aufguss aus den getrockneten Blättern hilft, verschiedene Gifte aus dem Körper zu treiben. Vor allem Schlangen- und Insektengifte lassen sich damit bekämpfen und deren gefährliche Wirkung aufhalten. Als Paste oder äußerlicher Umschlag angewandt, lindern die Blüten Wunden der Haut, Verbrennungen, Verätzungen und ähnliches.
Besonderheiten:
Woher das geheimnisvolle Leuchten der Blüten stammt, weiß niemand so genau. Immerländische Gelehrte, die mit den Pflanzen experimentieren, vermuten inzwischen, dass die Pollen und Staubgefäße eine Substanz enthalten, die dieses Leuchten hervorruft, ähnlich wie bei den Glühwürmchen. Entgegen der Gelehrtenmeinung sind jedoch die Ureinwohner der Sommerinseln, die Uuma, der festen Überzeugung, dass es das göttliche Licht Faêyris' ist, das aus den Blüten leuchtet und dass der Pflanze auch göttliche Kräfte innewohnen. Die Schamanen und Druiden der Uumastämme tragen oft die getrockneten Blütenblätter in kleinen Beuteln um den Hals oder am Gürtel, denn die Faêriskerze gilt ihnen als heilige Blume und zudem als Spender von Weisheit und Vernunft.
Legende:
In alten Überlieferungen der Uuma heißt es oft, Faêyris selbst hätte vor langer, langer Zeit das Licht ihrer Sterne in den Dschungel gestreut, und tatsächlich wirkt ein Feld blühender und leuchtender Faêyriskerzen mitten im Urwald, als wäre eine Handvoll Sterne vom Himmel gefallen.

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