~ Das Sternbild des Stiers ~
Von Thorosh dem
Unbeugsamen, einem Archonen Brans, dem Herrn über Ausdauer und
Waffentreue, Sturheit und Unerbittlichkeit, geht die Sage im Land, dass
er vor vielen Zeitaltern einen Kampf gegen einen riesigen, geheimnisvollen
Stier mit seltsam blauschimmernden Augen und weit ausladenden Hörnern,
spitz und scharf wie tödliche Dolche, ausfocht. Beide kämpften
so hart und verbissen, wie es in ihrer Natur lag, und keiner von ihnen
wollte auch nur einen Fingerbreit nachgeben. Erst nach langen Tagen,
als Thorosh und sein gehörnter Gegner nahezu am Ende ihrer Kraft
angelangt waren, näherte sich der Kampf dem Ende und dem silberbärtigen
Archonen gelang der alles entscheidende Treffer. Mit seinem mächtigen,
silbernen Kriegshammer "Zermalmer" zerschmetterte er dem Stier
den halben Schädel. Als das Tier sterbend zu Boden sank, erlosch
schließlich auch sein einzig verbliebenes Auge und zerbarst in
sieben Teile, die schimmerten wie leuchtend blaue Saphire. Thorosh starrte
auf den toten Stier hinab und großer Kummer überkam ihn,
denn mit ihm hatte er auch den ausdauerndsten, unerbittlichsten und
ehrenhaftesten Gegner getötet, gegen den er je gekämpft hatte.
Um seiner Kraft und seiner Ausdauer ein würdiges Denkmal zu setzen,
bat er die Götter, ihn zu seinen Ehren an den Himmel zu bannen.
Seit dieser Zeit prangt das Sternbild des Stieres am nächtlichen
Firmament. Sein Auge, das aus sieben eng zusammenstehenden, blausilbern
schimmernden Sternen gebildet wird, strahlt besonders hell und ist weithin
zu sehen. In der Sprache der Elben heißt der strahlende Sternhaufen
"Syolyres", was "Siebenstern" bedeutet, und auch
das Freie Volk der Eisöden, hoch im Norden der Immerlande, das
dem Siebengestirn besondere Bedeutung zumisst, hat einen Namen dafür,
sie nennen es "Qilluttuusat".