Die Geschichte der Sternkunde
Die Astronomie und Sternenkunde in den Immerlanden besitzt eine lange
Geschichte und ist eine der ältesten Wissenschaften überhaupt.
Schon seit den Anfängen der Welt, seit die ersten Völker die
Immerlande besiedelten, machten sie sich Gedanken über die Sterne
hoch über ihnen am schwarzen Nachthimmel. Schon zu Zeiten der Ersten
Menschen und in den Anfängen des Ackerbaus und der Landbestellung
wurde der Lauf der Gestirne und die Bewegungen der Sternbilder beobachtet.
Schon früh fiel auf, dass die Bewegungen der Sterne, der Monde
und der Planeten periodisch verlaufen und gewissen Regelmäßigkeiten
und Rhythmen unterliegen, die sich vor allem die ackerbaubetreibenden
Völker zunutze machten und anhand einfacher Kalendarien und Aufzeichnungen
die besten Zeiten für Aussaat und Ernte vorausberechneten. Was
sich anfänglich auf reines Beobachten beschränkte, entwickelte
sich im Lauf der Zeit immer mehr zu einer Wissenschaft, in der sich
vor allem die Kobolde und die Zentauren mit unersättlicher Wissbegier
und Erfindungsgeist als die wahren Begründer der Sternenkunde hervortaten.
Um genauere Beobachtungen und Aufzeichnungen machen zu können,
waren vor allem ein klarer Himmel und ungehinderte Sicht auf das nächtliche
Firmament vonnöten, aus diesem Grund errichteten die Zentauren
die ersten Sternwarten, von denen die älteste und größte
sich noch immer im Mondfallgebirge im westlichen Azurien befindet.

Doch nicht nur für
Ackerbau und Landbewirtung waren genaue Beobachtungen des Sternenhimmels
von großem Nutzen, auch für die Seefahrt hatten diese Erkenntnisse
großen Wert und ließen sich zur Orientierung und Navigation
verwenden, sie machten die Meere und Ozeane um ein Vielfaches leichter
zu befahren. In Zusammenarbeit mit den Ersten Menschen entwickelten
Zentauren und Kobolde auch erste einfache Messinstrumente wie das Teleskop,
das Astrolabium und die Sonnenuhr. Sie zerbrachen sich ständig
die Köpfe über die Bedeutung der Sterne und wie man weiteren
Nutzen aus diesen Erkenntnissen ziehen konnte. Und obwohl es die Zwerge
waren, die als erstes den Magnetismus des Planeten richtig erfassten,
waren es die Kobolde und Ersten Menschen, die sich diese Entdeckung
zu nutze machten und den ersten funktionierenden Magnetkompass konstruierten,
den sogenannten Segelstein. Dieses einfache Gerät sollte die Seefahrt
grundlegend ändern und die Orientierung ohne sichtbare Küstenlinien
und in Gegenden ohne markante Anhaltspunkte enorm erleichtern. War es
bisher nur möglich, in Sichtweite der Küsten zu segeln, wagten
sich nun auch die ersten Seefahrer weiter hinaus auf die Meere.

Wo tagsüber das goldene Auge Shenrahs den Wanderern die Himmelsrichtungen
und die Tageszeiten kundtut, so tut dies in den finsteren Stunden seine
Gemahlin Faeyris, die Hüterin der Nacht und Göttin des Mondes.
Milchweiß und sanft erstrahlt ihr Sternbild am samtschwarzen Himmel
und lässt so die Schiffer und Seefahrer auch des Nachts ihren Weg
finden. Der helle Stern in der Mitte ihres wohlwollenden Auges steht
genau im Norden und stets am gleichen Punkt des Himmels, so dass er
den nächtlich Wandernden als fester Punkt und immerwährender
Wegweiser dient. Auch die Fischer und Flößer richten sich
nach Faeyris' strahlendem Gestirn, denn es macht es ihnen auch in dunkler
Nacht möglich, stets den Heimathafen wiederzufinden. So wissen
die Seefahrer, dass sie sich genau nach Norden bewegen, wenn sie auf
Faeyris' Auge zusteuern und dass es sich umso höher am Himmel erhebt,
je weiter sie in nördliche Richtung kommen. Im Gegensatz dazu sinkt
das Auge umso tiefer, je weiter südlich ihre Routen und Fischzüge
führen und tief im Süden, noch weit unterhalb der Rubinküste
bedeckt Faeyris ihr Antlitz völlig. Vor der Erfindung des Segelsteins
bedeutete dies für die Seefahrer die Grenzen ihrer Reisen, denn
ohne den Schutz der Mondgöttin hätte sich kaum jemand auf
weite Fahrten und hinaus ins Ungewisse gewagt

Bei den Elbenvölkern
wird diese Linie, an der Faeyris' Auge vom Himmel verschwindet und die
in etwa dem irdischen Äquator entspricht, oft auch "Khanioril"
genannt, was ursprünglich von dem Ausspruch "Faeyris khanior
Riles" abgeleitet wurde und so viel bedeutet wie "Faeyris schließt
ihre Augen". Sie wird auch "Roharomis" genannt, was "Erdengürtel"
bedeutet, und in der Sprache der ersten Menschen ist "Cruinnebann"
ihr Name.
Trotz der Erfindung des Segelsteins und der fortschreitenden Kartographie
bleiben jedoch die Sterne und die Beobachtung des Nachthimmels auch weiterhin
das wichtigste Hilfsmittel, um eine recht genaue Orientierung zu Wasser
und zu Land ermöglichen. Nicht jeder arme Ildorelfischer oder azurianische
Kameltreiber ist in Besitz eines Segelsteins oder kann genügend Silberlinge
und Goldmünzen zum Erwerb einer teuren Landkarte aufbringen, so dass
der Stand der Sonne und der nächtliche Sternenhimmel noch immer für
den Großteil der Immerlande das wichtigste Orientierungsmittel sind.

Berühmte Astronomen und Sternwarten
Der berühmteste Astronom der Immerlande war zweifellos der Azurianer Sualo'kin Sukinrepok, ein Gelehrter aus Kait Bey, der als Begründer der Sternenkunde gilt. Seine Himmelsbeobachtungen und sein Wissen über die Gestirne hat er in bedeutenden Büchern niedergeschrieben und so der Nachwelt erhalten. Gelehrt und geforscht hatte er bis zu seinem Tod in der alten Sternwarte der Zentauren im Sar Perduin, seine Spuren hat er jedoch in den gesamten Immerlanden hinterlassen - und vor allem am Nachthimmel, denn noch heute tragen etliche Sterne die Namen, die er ihnen einst gegeben hat. Zu seinen Ehren wurde eine Sternwarte im Mondfallgebirge nach ihm benannt, die Sukinrepok-Warte am Gabal Sabir.
Weitere bekannte Himmelsforscher waren unter anderem der Zentaur Ptolemäthus und Mia Hebnitram, eine Laiginische Kartographin, die nicht nur detaillierte Sternkarten zu zeichnen vermochte, sondern sich darüber hinaus auch an die erste dreidimensionale Nachbildung Rohas wagte und zusammen mit einem Tombelainer Maler den ersten Globus schuf. Ein weiterer Gelehrter, der sich mit Himmelskörpern und Sternen befasste, war der Gnom
Ielilag O'Elilag, der als erster Astronom ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung benutzte. Er wusste um die Kunst, Linsen aus Beryll zu schleifen, und baute mit ihnen ein Instrument, das in der Lage war, das Gesehene um das Dreißigfache zu vergrößern - eine Erfindung, die die Immerländische Sternenkunde revolutionierte.
Die berühmteste Sternwarte war wohl diejenige der Zentauren, die sich im Mondfallgebirge verbarg, die Wirkstätte des Astronomen Sukinrepok. Im Sar Perdruin befinden sich jedoch auch noch andere Einrichtungen zur Beobachtung der Gestirne: der sogenannte 'Himmelsturm' auf Balaad Dair und die Sukinrepok-Sternwarte am Gabal Sabir. Weitere berühmte Sternwarten sind Faêyris' Auge und Alanthalas Nadel, sowie der Sonnenobelisk auf Sidhauris, einer Insel im Archipel der Sidh'Amriel.

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