Nach ihrem Zweck und ihrer Verwendung unterscheiden sich gezeichnete Karten voneinander, grob lassen sie sich in Lokale Karten, Wege- und Straßenkarten, Portolane und Seekarten unterscheiden.
Lokale Karten beziehen sich stets auf ein bestimmtes, eingegrenztes Gebiet. In ihnen werden etwa Stadt- oder Landesgrenzen festgehalten, ebenso die Grenzen von Grundstücken und Ländereien; sie dienen der Verdeutlichung von Eigentums- und Rechtsverhältnissen, die zumeist Grund und Boden betreffen.
Wege- und Straßenkarten dagegen kennzeichnen bestimmte Reiserouten und sollen in erster Linie eine Wegbeschreibung darstellen. Oft enthalten sie nicht nur Übersichtszeichnungen, sondern auch Notizen und Erläuterungen, die für den Reisenden wichtig sein können. So können beispielsweise Gasthäuser, Mietställe, Zollstationen, Oasen und Karawansereien, Handelsplätze, Märkte und weitere Merkmale der Reiseroute eingetragen werden.
In Seekarten sind Schifffahrtsrouten und Wasserstraßen eingezeichnet, ferner Küstenlinien, Inseln, Riffe und andere für die Seefahrer wichtige Merkmale. Die Karten der Küstengebiete, auch Portolane genannt, sind ihnen im Grunde ähnlich, nur sehr viel präziser und ausführlicher. Ein Portolan beschränkt sich dabei auf einen bestimmten Küstenabschnitt und enthält neben dem exakt gezeichneten Küstenverlauf viele Beschriftungen und Eintragungen, in denen sich detaillierte Hinweise über die Häfen, Buchten, Klippen, Untiefen, Riffs und alles, was für die sichere Navigation der Schiffe im Küstenbereich von Bedeutung ist, befinden.