~ Die Hirschartigen der Immerlande ~

 

ElchElch


 
Name:  
Elche tragen viele Namen, so werden sie in Immerfrost Hirvi und beim Wolkenvolk Elanbronneg genannt, in Normand heißen sie Elgur, in den Eisigen Öden nennt man die gewaltigen Hirsche Tuttuvak oder Tuttorpak, in Laigin hingegen  heißen sie schlicht Fia mòr.
  

Gattung:  
Säugetiere/Große Pflanzenfresser/Hirschartige
  

Aussehen:  
Diese großen Hirsche sind wahrhaft imposante Tiere mit ihren langen Beinen, ihrer pferdeähnlichen Statur und dem gewaltigen Geweih, das die Bullen tragen. Elche nennen einen kräftigen Körperbau mit einem massigen Rumpf ihr Eigen, der besonders charakteristisch für diese Hirsche ist. Der stark entwickelte, mächtige Brustkorb wird von muskelbepackten Schultern umschlossen und der Widerrist bildet den typischen Elchbuckel. Der Hals ist eher kurz und kräftig, der Kopf lang gestreckt und groß, und das Maul weist eine äußerst bewegliche, überhängende Oberlippe auf. Die Hinterhand fällt ab und die Beine sind verhältnismäßig lang und schlank, aber sehr kräftig. Der Schwanz dieser Hirsche ist klein und unauffällig, da er zudem dicht am Körper anliegt.

Elche haben freundliche Gesichter mit sanften, braunen Augen, die im Verhältnis zum Kopf sehr klein sind, einer breiten Stirn und einer geraden Nase, die in die verlängerte Oberlippe übergeht, welche ihrem Profil erst die gekrümmte Linie verleiht. Die oben am Kopf sitzenden Ohren sind recht lang, oval und laufen spitz zu. Die breiten Klauen der Tiere enden nicht nur in zwei Hauptschalen, die sich weit spreizen lassen und Elchen somit auch auf weichen, sumpfigen oder morastigen Böden guten und sicheren Halt bieten, und einer kleineren Afterklaue, sie tragen auch eine Schwimmhaut zwischen den Schalen, was die Tiere in Schnee oder Schlamm nicht einsinken lässt. Nur Elchbullen tragen ein beeindruckendes Geweih, das zwei Schritt Spannweite erreichen und über drei Dutzend Stein wiegen kann. Auch der lange, zottige Kinnbart ist allein den erwachsenen Elchbullen vorbehalten.

Das Fell dieser Hirschart ist grob und hart, dafür liefern ihre Häute ein ausgezeichnetes und kostbares Leder. Ihr Pelz ist dicht und von rotbrauner bis schwarzbrauner Farbe, während ihre Beine bis über die Sprunggelenke hinauf stets hell und cremefarben oder weißgrau  gefärbt sind.  Neugeborene Elchkälber tragen keine getüpfelte Fellzeichnung wie dies bei vielen anderen Hirscharten der Fall ist, sondern sind einheitlich rotbraun.


Größe:  
Elche können eine Kopf-Rumpf-Länge von gut 3 Schritt und eine maximale Schulterhöhe von 2,30 Schritt erreichen, und zählen damit mit zu den größten Hirscharten der Immerlande. Elche des hohen Nordens werden dabei deutlich größer als ihre weiter südlich lebenden Artgenossen, doch auch ein Sumpfelchbulle der rhainländischen Moore erreicht noch immer eine Schulterhöhe von gut 1,90 Schritt und ein Gewicht von rund 600 Stein.


Gewicht: 
Das durchschnittliche Gewicht eines ausgewachsenen Elches kann im Norden bis zu 800 Stein betragen, im Süden zwischen 500 und 600 Stein. Weibliche Tiere sind zwar kleiner und leichter, der Größenunterschied ist jedoch nur gering.   
 

Ernährung:  
Elche sind reine Pflanzenfresser, die sich vornehmlich von Gräsern aller Art ernähren, jedoch auch reichlich Sumpf- und Wasserpflanzen fressen. Sie nehmen auch Zweige, Laub, Wurzeln, Rinde, Heidekräuter und ähnliches.
  

Lebensraum und Lebensweise:  
Elche kommen in den nördlichen kalten und kalt-gemäßigten Regionen der Immerlande vor, in den Rhaínlanden  lebt die Unterart der Sumpfelche auch weiter südlich in den ausgedehnten Mooren dieser Lande. Es gibt sie also im Süden Immerfrosts, im Dunkelwald und im äußersten Norden der Herzlande, in den Wäldern und Bergwäldern Arduns, sowie in Normand, im Wolkenthron, der Taiga des Nordostens und in Laigin. Elche sind typische Bewohner der nördlichen, borealen Taiga. Nur die Sumpfelche der Rhaínlande leben auch in Laubwäldern gemäßigter Breiten. Die Tiere bevorzugen schwieriges, unebenes Gelände und sind standorttreue, revierbezogene Tiere, die sich sehr gut mit ihrem Gebiet vertraut machen. Diese Tatsachen sind dem Fluchtverhalten der gewaltigen Hirsche geschuldet, die vor ihren Fressfeinden in einem schnellen Trott fliehen und Hindernisse gezielt ausnutzen, welche sie selbst mit ihren langen Beinen problemlos und kräftesparend überwinden können, ihren Verfolgern aber möglichst im wahrsten Sinne des Wortes "Steine in den Weg legen" sollen. Das setzt jedoch voraus, dass der Elch sich in einem deckungsreichen Gelände mit schwierigen Bodenverhältnissen und reichlich Unwegsamkeiten aufhält, die er für sich nutzen kann. Man findet sie also selten in völlig ebenem, offenem Gelände und auch Regionen mit hohen Schneelagen werden eher gemieden. Sie besiedeln alpine Matten in den Bergen, die Wälder der Taiga, Sumpf- und Auwälder, aber auch felsige, von Schluchten, Senken und Hügeln durchzogene, baumlose Tundra.

Elche leben, abgesehen von den Kühen mit ihren Kälbern, welche sie fast ein Jahr lang bei sich haben, einzelgängerisch und sind tagaktiv. Zur Brunftzeit finden sich paarungswillige Kühe und konkurrenzfähige Bullen an festen Plätzen zusammen, trennen sich jedoch nach Erledigung der notwendigen Fortpflanzungsangelegenheiten sehr schnell wieder und ziehen ihrer Wege. Im Winter finden sie sich vor allem in den Taigawäldern des Nordostens auch zu losen Gruppen von etwa einem Dutzend Tieren zusammen, gehen aber keine Bindungen ein und zeigen schon gar kein Herdenverhalten.  Sie verbringen einen Großteil des Tages mit Äsen und waten dabei gern in Tümpel, Seen und Teiche, denn sie sind ausgezeichnete Schwimmer und kühlen sich im Wasser zudem gern ab, das obendrein noch guten Schutz gegen die lästigen Stechmücken liefert. Abgesehen davon machen Wasserpflanzen einen Großteil ihrer Nahrung aus. Auch ihre Reviergrenzen patrouillieren die Tiere unermüdlich ab und machen sich mit den Veränderungen in ihrem Gebiet stets so rasch wie möglich vertraut. Die Brunftzeit der Elche liegt im Herbst, dann ist auch das mächtige Geweih der Bullen ausgewachsen, das jährlich erneuert und im Winter, meist im Eisfrost, abgeworfen wird. Während der Brunft liefern sich die stärksten Bullen brutale Kämpfe mit ihren Widersachern um die anwesenden Weibchen, versuchen jedoch stets den Rivalen vorher durch Imponiergehabe und wildes Fegen an Sträuchern, Bäumen und Büschen zu beeindrucken und zu verscheuchen. Die Tragzeit dauert acht Monde und die Elchkuh wirft ein oder zwei Kälber an einer gut verborgenen, geschützten Stelle. Nach der Geburt und so lange die Kälber noch sehr klein und hilflos sind, sind Elchkühe besonders gefährlich und attackieren unbarmherzig alles und jeden, der ihrem Nachwuchs zu nahe kommt. Bei zahmen Elchen ist auch dieses Verhalten deutlich anders, denn da Elche sich Menschen oder Elben bemerkenswert eng anschließen, haben sie für gewöhnlich kein Problem damit, wenn ihnen vertraute Personen ihre Kälber bewundern. Vorsicht ist jedoch auch hier geboten.

Die Jungen bleiben mindestens einen Zwölfmond lang bei ihren Müttern und werden erst vertrieben, wenn die Geburt eines neuen Kalbes ansteht. Mit etwa eineinhalb Jahren sind Elche geschlechtsreif, junge Bullen haben jedoch in so zartem Alter noch nicht die geringste Chance, sich gegen größere und stärkere Platzelche durchzusetzen.


Verhalten gegenüber Artgenossen:  
Elche leben einzelgängerisch und kommen selbst mit Artgenossen nur zur Brunftzeit friedlich zusammen – ansonsten verteidigen sie ihr Revier auch gegen Vertreter der eigenen Art und das oft mit brachialer Gewalt. Dies gilt jedoch nur für wilde Elche. In menschlicher Obhut aufgewachsene und von klein auf an die Anwesenheit von Artgenossen gewöhnte Elchkühe, sind durchaus mit anderen ihrer Art zu vergesellschaften, wenn sie auch keine festen Bindungen eingehen und nur wenig interagieren. Zahme Elchbullen sind jedoch nur allein zu halten. Die einzigen Ausnahmen in freier Wildbahn sind Elchkühe mit ihren Kälbern, die etwa einen Jahreslauf bei ihrer Mutter bleiben, ehe sie eigener Wege gehen. Elchbullen können sich nicht nur um paarungswillige Kühe, sondern auch um Futterplätze oder bevorzugte Moortümpel heftige Kämpfe liefern.
     

Verhalten gegenüber Artfremden:  
Elche verhalten sich ihren Fressfeinden wie Branbären, Schattenwölfen, Schneetigern und anderen großen Raubtieren gegenüber scheu und wachsam, und suchen ihr Heil für gewöhnlich in der Flucht. Sie stellen sich jedoch, in die Enge getrieben, durchaus und sind in der Lage selbst ein bis zwei Schattenwölfen einen bemerkenswerten Kampf zu liefern. Ein gut gezielter Tritt eines Elches reicht ohne weiteres aus, um einen Schattenwolf zu töten oder ihn schwer zu verletzen und selbst Schneetiger überlegen sich einen Angriff auf einen Elchbullen in der Blüte seiner Kraft.   


Lebenserwartung:  
Elche können gut und gern 15 bis 20 Sommer alt werden, in Gefangenschaft auch noch älter.
  

Besondere Fähigkeiten:
Diese großen Hirsche sind in der Lage unter Wasser zu fressen, denn sie können ihre Nüstern verschließen und recht lange den Atem anhalten. Außerdem werden Elche im Gegensatz zu vielen anderen Hirscharten, werden sie von Hand aufgezogen oder in der Obhut von Menschen geboren, sehr zahm und anhänglich, so dass man ihr Verhalten mehr mit dem eines Hundes vergleichen kann als mit dem anderer Hirscharten. Da sie zudem recht gelehrig sind, kann man ihnen viele Dinge beibringen, vom Tragen oder Ziehen schwerer Lasten – in dichtem Wald und unwegsamem Gelände sind sie als Lasttiere prädestiniert - bis hin zur Mithilfe beim Fällen von Bäumen oder der Ernte von schmackhaften, unter Wasser wachsenden Knollen und Wurzeln. Trotz dieser Eigenschaften wurden und werden Elche wegen ihrer speziellen Nahrungsanforderungen nur von wenigen Völkern und an wenigen Orten auch als Haustiere genutzt, etwa  in einigen Gegenden Immerfrosts, im dicht bewaldeten Süden Normands sowie bei den Stämmen der Eisöden, die hauptsächlich in der Taiga leben. Auch das Baumvolk des Dunkelwaldes kennt zahme Elche als Nutztiere und die Moorà der Rhaínlande nutzen Sumpfelche als Last- und Reittiere.


Items:
Kostbares Leder, schmackhaftes Fleisch, Geweih, Klauen

 

Der Sumpfelch

Eine Unterart des gewöhnlichen Elches ist der Sumpfelch der rhaínländischen Moore, welcher für gewöhnlich etwas kleiner und leichter bleibt als seine nördlichen Vettern. Sumpfelche kommen besser mit sommerlicher Wärme zurecht als gewöhnliche Elche, sind noch bessere Schwimmer und können länger die Luft anhalten, um unter Wasser zu fressen. Ihre Schwimmhäute sind etwas ausgeprägter, ihre Klauen noch breiter, um den Tieren im morastigen Sumpf ihrer Heimat guten Halt und sicheren Stand zu bieten. Der Pelz der Sumpfelche ist ebenso rau und hart wie der des gewöhnlichen Elchs, aber von einem schimmernden bronzegrün und auch ihr Geweih ist von einer grünen, an Moose und Flechten erinnernden Basthaut überzogen. Derart getarnt sind sie im grüngoldenen oder grüngrauen Zwielicht der uralten Sümpfe praktisch unsichtbar. Sumpfelche liefern zudem außerordentlich weiches, olivgrünes und grünbraunes Leder.

Sumpfelch


Der Riesenelch


Lebensweise und Verhalten des Riesenelches unterscheiden sich kaum von denen normaler Elche – sie besiedeln nahezu die gleichen Habitate, ihr Vorkommen ist jedoch auf den Nachtwald und die angrenzenden Wälder der Freien Herzogtümer Arnis und Hochwald begrenzt.  Die Gelehrten, welche sich mit der Tierkunde beschäftigen, sehen in ihnen auch keine eigene Art, sondern eine Unterart des gewöhnlichen Elches an. Der offensichtlichste und ziemlich gravierende Unterschied ist natürlich der, dass Riesenelche, wie ihr Name schon verrät, deutlich größer werden, als  selbst die größten Vertreter der Elche des hohen Nordens der Immerlande. Kann ein  Bulle des gewöhnlichen Elches in Normand oder den Eisigen Öden schon gut und gern eine Kopf-Rumpf-Länge von 3 Schritt und eine Schulterhöhe von 2,30 Schritt erreichen, schlägt ihn der Riesenelch bei diesen Ausmaßen noch um einiges. Durchschnittlich werden die Tiere nämlich gut und gern 4,30 bis 4,50 Schritt lang und erreichen Schulterhöhen von 2,80 bis 3 Schritt. Außerdem tragen sie gewaltige Geweihe mit "riesigen Schaufeln und breit wie Scheunentore", wie eine alte Chronik der Drachenlande sie beschreibt.  Die übrigen Unterschiede zum gewöhnlichen Elch sind weit weniger auffällig als ihre schiere Größe – ihre Stirn ist breiter, die Schädelknochen dicker und robuster und der Nacken weit muskulöser, vermutlich um das Gewicht des enormen Geweihs gut tragen zu können. Auch ihre Gliedmaßen sind stämmiger und nicht ganz so schlank. Ihr Fell ist außerdem weicher  und nicht so rau wie das gewöhnlicher Elche, glänzt stark und gibt einen sehr schönen Pelz ab. Am Bauch und den oberen Beinen sowie im Gesicht der Tiere ist es samtig dunkelbraun, während die Oberseite, also Schulter, Rücken und Kruppe immer heller und meist von einem rötlichen Beige-grau ist. Die unteren Gliedmaßen sind ebenfalls heller, jedoch nie so deutlich abgegrenzt wie bei gewöhnlichen Elchen und oft in der gleichen Farbe wie die Oberseite der Tiere. Auch das Geweih mit den ausladenden Schaufeln zeigt andere Farben und schimmert in kräftigem Rotbraun und den Gelbtönen alten Elfenbeins.

 

Riesenelch

 

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